Ratgeber · Laser & IPL
IPL oder Laser? Die Unterschiede bei der Haarentfernung
IPL-Geräte und Laser entfernen Haare nach demselben Prinzip, unterscheiden sich aber im Licht, in der Handhabung und in den Pflichten. Hier lesen Sie, was Leitlinie und Studien zur Wirkung sagen, wie sicher beide Verfahren sind und worauf es bei der Wahl im Studio ankommt.
Stand 01.10.2026 · Fachbeitrag mit Quellen
Was ist IPL, und wie funktioniert es?
IPL steht für „Intense Pulsed Light“, intensiv gepulstes Licht. Kern eines IPL-Geräts ist meist eine Xenon-Blitzlampe. Sie gibt Licht vieler Wellenlängen ab, nach der S2k-Leitlinie von 250 bis 1.200 nm, nach dem Bundesamt für Strahlenschutz bis 1.400 nm. Filter begrenzen dieses Spektrum für die jeweilige Anwendung; zur Haarentfernung empfiehlt die Leitlinie IPL mit 590 bis 1.200 nm.
Die Filter sind sogenannte Kantenfilter mit Werten wie 590, 615, 645, 695 oder 755 nm. Sie entfernen nur Licht unterhalb ihres Werts und das nicht vollständig. Je nach Filter liegen 70 bis 90 % der Energie außerhalb des Bereichs, den Melanin und Hämoglobin gut nutzen. Filter altern und müssen geprüft und ersetzt werden (Strahlenschutzkommission 2016).
Bei der Haarentfernung wirkt IPL wie ein Laser: Das Melanin im Haar nimmt die Energie auf, wandelt sie in Wärme um und schädigt den Follikel. Ein Blitz dauert etwa 20 bis 100 Millisekunden und deckt eine Fläche von typischerweise 2 bis 10 cm² ab. Wirkungen und Nebenwirkungen sind in vieler Hinsicht mit Laserstrahlung vergleichbar.
Was unterscheidet einen Laser davon?
Ein Laser gibt Licht einer einzigen Wellenlänge ab, kohärent und gut zu bündeln. Seine Energie lässt sich deshalb genau auf eine Zielstruktur abstimmen. Zur Haarentfernung dienen vor allem 3 Lasertypen: der Diodenlaser mit häufig 810 nm, der Alexandritlaser mit 755 nm und der Nd:YAG-Laser mit 1.064 nm. Bei IPL wählt der Filter den Bereich, beim Laser legt die Bauart die Wellenlänge fest. Viele Diodenlaser arbeiten zudem mit der SHR-Technik („Super Hair Removal“): viele Pulse mit niedriger Energie, während der Applikator über die Haut gleitet.
1LichtDas Laserlicht dringt in die Haut ein. Das Melanin, das Farbpigment im Haar, nimmt seine Energie auf.
2WärmeDas Melanin wandelt die Energie in Wärme um und gibt sie an die Strukturen des Follikels ab, die das Haarwachstum steuern.
3HaarwurzelDiese Strukturen werden zerstört oder in ihrer Funktion beeinträchtigt; die behandelten Haare fallen nach 1 bis 2 Wochen aus.
Für das Studio hat der Unterschied Folgen, die über die Technik hinausgehen: Laser sind in Laserklassen eingeteilt, Epilationslaser meist in die Klassen 3B und 4. Daraus folgen Pflichten im Arbeitsschutz, die für IPL-Geräte nicht gelten. Zum Schutz der Augen ist bei Lasern eine Schutzbrille nötig, die zur Wellenlänge passt.
IPL und Diodenlaser im Vergleich
Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede für die Haarentfernung, belegt mit Leitlinie, Bundesamt für Strahlenschutz, Strahlenschutzkommission und einer randomisierten Studie:
| Merkmal | Diodenlaser | IPL |
|---|---|---|
| Licht | einfarbig, kohärent, gebündelt | breitbandig, nicht kohärent, aus einer Blitzlampe |
| Wellenlänge | je nach Gerät 755 bis 1.064 nm, häufig 810 nm | Rohspektrum 250 bis 1.200 nm (S2k) bzw. 1.400 nm (BfS), zur Haarentfernung gefiltert |
| Pulsdauer | Millisekunden, abgestimmt auf das Haar | etwa 20 bis 100 ms (BfS), oft wählbar zwischen 5 und 50 ms (SSK) |
| Fläche je Puls | kleiner, teils per Scanner vergrößert | typisch 2 bis 10 cm² |
| Empfehlung der Leitlinie | Diodenlaser 800–980 nm: empfohlen (↑↑) | 590–1.200 nm: empfohlen (↑↑) |
| Schmerz im direkten Vergleich | Median 3 | Median 6 |
| Augenschutz | Laserschutzbrille passend zur Wellenlänge | schwerer festzulegen; Augenschalen für Behandelte |
| NiSV-Fachkunde | 195 Lerneinheiten | 195 Lerneinheiten |
| Laserschutzbeauftragter | bei Klasse 3R, 3B und 4 mit Beschäftigten | nein; Gefährdungsbeurteilung durch eine fachkundige Person |
| MDR-Klasse | IIa, wenn nur zur Haarentfernung | IIa, wenn nur zur Haarentfernung |
Die Schmerzwerte stammen aus einem randomisierten Halbseitenvergleich bei Frauen mit vermehrtem Haarwuchs (Haak u. a., 2010). Das Empfinden ist individuell und hängt von Gerät, Einstellung und Kühlung ab.
Was ist wirksamer: IPL oder Laser?
Die S2k-Leitlinie „Lasertherapie der Haut“ empfiehlt für die Epilation IPL von 590 bis 1.200 nm, Diodenlaser von 800 bis 980 nm und den Alexandritlaser mit 755 nm gleich stark. Die Leitlinie ist ein Konsens von Fachleuten ohne systematische Auswertung der Studien. Die Studien selbst zeichnen ein gemischtes Bild:
- Kein Unterschied nach 6 Monaten: Im randomisierten Halbseitenvergleich gingen die Haare mit IPL um 77, 53 und 40 % zurück, mit dem Diodenlaser um 68, 60 und 34 %, gemessen 1, 3 und 6 Monate nach 6 Behandlungen. Nach 6 Monaten war der Unterschied nicht signifikant; bei beiden Verfahren ließ die Wirkung nach.
- Vorteil für Laser bei dunklerer Haut: Eine Metaanalyse für die Hauttypen III bis VI fand mit dem Alexandritlaser eine stärkere Verringerung als mit IPL; Diodenlaser und IPL unterschieden sich nicht signifikant. Insgesamt zeigte sich eine Tendenz zugunsten der Laser.
- Langfristig: Eine systematische Übersicht von 2022 fand nach mindestens einem Haarzyklus mit IPL 27 bis 52,7 % weniger Haare, mit dem Diodenlaser 32,5 bis 69,2 %.
Beide Verfahren wirken also deutlich, keines garantiert eine vollständige Haarfreiheit. Wie gut eine Behandlung anspricht, hängt stärker von Haarfarbe, Hauttyp und Einstellung ab als von der Frage Laser oder IPL. Was die Hauttypen dabei bedeuten, erklärt der Beitrag Hauttypen nach Fitzpatrick.
Wann fallen die Haare aus, und wachsen sie nach?
Nach der S2k-Leitlinie fallen die behandelten Haare 1 bis 2 Wochen nach der Behandlung aus; das gilt für Laser wie für IPL. Erfasst werden nur Follikel, in denen gerade ein Haar wächst. Deshalb sind mehrere Behandlungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen nötig. Eine feste Zahl an Sitzungen nennt die Leitlinie nicht.

- WachstumsphaseDas Haar ist mit der pigmentierten Wurzel verbunden und nimmt das Licht auf.
- ÜbergangsphaseDie Wurzel bildet sich zurück; der Laser erfasst das Haar kaum noch.
- RuhephaseDas Haar löst sich; ein neues wächst später nach.
Dass Haare nachwachsen können, ist bei jedem Verfahren möglich und gehört nach der Leitlinie in die Aufklärung. Für das Gespräch mit Kundinnen und Kunden heißt das: Eine deutliche Verringerung lässt sich in Aussicht stellen, eine vollständige und lebenslange Haarfreiheit nicht. Das gilt auch für die Werbung: Das Oberlandesgericht Karlsruhe und das Oberlandesgericht Frankfurt am Main haben 2025 Werbung mit „dauerhafter Haarentfernung“ als irreführend beanstandet, weil Hinweise fehlten, dass mehrere Sitzungen nötig sind, das Ergebnis von Haut- und Haartyp abhängt und kein Erfolg garantiert ist.
Wie sicher sind IPL und Laser?
Die Strahlenschutzkommission hält das Gefährdungspotenzial von IPL und Laser bei gleicher Anwendung für vergleichbar; einige Fachleute sehen bei IPL ein höheres Risiko. Nach der Leitlinie können nach IPL verbrennungsähnliche Reaktionen auftreten, mit Krusten, Blasen, anhaltender Schwellung und hellen oder dunklen Verfärbungen über Wochen, bis hin zu Narben. Konsequenter Lichtschutz gehört deshalb zu jeder Behandlung.
Beim Augenschutz unterscheiden sich die Verfahren deutlich. Für Laser gibt es Schutzbrillen nach DIN EN 207, abgestimmt auf die Wellenlänge des Geräts. Für IPL ist eine passende Brille schwerer festzulegen, weil das Licht breitbandig ist; Behandelte tragen Augenschalen. Netzhautschäden durch IPL betreffen wegen des größeren Lichtflecks eine größere Fläche.
Welche Pflichten gelten im Studio?
Für die Haarentfernung gilt weder bei IPL noch beim Laser ein Arztvorbehalt. Die Pflichten sind weitgehend gleich, mit einer wichtigen Ausnahme im Arbeitsschutz:
- Fachkunde: Für IPL und Laser gilt dieselbe Fachkunde nach der NiSV mit 195 Lerneinheiten, für jede anwendende Person. Wie Schulung und Nachweis ablaufen, steht in NiSV kompakt.
- Laserschutzbeauftragter: Nur für Laser der Klassen 3R, 3B und 4, wenn Beschäftigte damit arbeiten und der Arbeitgeber die Fachkenntnisse nicht selbst hat. Für IPL verlangt die OStrV eine Gefährdungsbeurteilung durch eine fachkundige Person. Einzelheiten enthält der Leitfaden Laserschutzbeauftragter.
- MDR: Beide Geräte sind Produkte nach Anhang XVI; dienen sie nur der Haarentfernung, gehören sie zur Klasse IIa. Seit dem 01.08.2025 gelten auch die Betreiberpflichten der MPBetreibV.
- Arztvorbehalt für andere Anwendungen: Die Behandlung von Gefäß- und Pigmentveränderungen ist mit IPL wie mit Laser Ärztinnen und Ärzten vorbehalten (§ 5 Abs. 2 NiSV), auch wenn ein IPL-Gerät dafür Filter mitbringt.
Worauf kommt es bei der Wahl im Studio an?
Nach Befragungen von 2016 und 2017 für das Bundesamt für Strahlenschutz arbeiteten Kosmetikstudios überwiegend mit IPL. Nichtärztliche Anbieter insgesamt setzten zur Haarentfernung zu 51 % Laser und zu 41 % IPL ein, Arztpraxen zu 82 % Laser. Welches Verfahren zu einem Studio passt, hängt von einigen Fragen ab:
- Kundschaft: Welche Haarfarben und Hauttypen behandeln Sie überwiegend? Bei dunklerer Haut sprechen Leitlinie und Studien eher für Laser mit längerer Wellenlänge.
- Behandlung: IPL deckt je Blitz eine größere Fläche ab, wurde im direkten Vergleich aber als schmerzhafter empfunden.
- Betrieb: IPL-Filter altern und müssen ersetzt werden; Laser bringen mit dem Laserschutzbeauftragten und der passenden Schutzbrille eigene Pflichten mit.
- Nachweise: Gebrauchsanweisung mit allen technischen Angaben, Konformitätserklärung und die Hauttypen, für die das Gerät bestimmt ist. Was beim Kauf vorliegen muss, steht in MDR kompakt.
Wie ein Diodenlaser arbeitet und welche Wellenlänge wofür steht, erklärt der Beitrag Diodenlaser ausführlich. Was IPL-Geräte für zuhause im Vergleich leisten, steht im Beitrag Heim-IPL oder Profigerät?
KI-BildHäufige Fragen
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01 Was ist IPL?
IPL steht für „Intense Pulsed Light“, intensiv gepulstes Licht. Eine Blitzlampe gibt Licht vieler Wellenlängen in kurzen Blitzen ab; Filter begrenzen das Spektrum für die jeweilige Anwendung. Zur Haarentfernung empfiehlt die S2k-Leitlinie IPL mit 590 bis 1.200 nm.
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02 Ist IPL ein Laser?
Nein, IPL ist kein Laser. Laserlicht ist einfarbig, kohärent und gebündelt. IPL-Licht ist breitbandig und nicht kohärent. Beide wirken bei der Haarentfernung aber nach demselben Prinzip: Das Melanin im Haar nimmt die Energie auf und gibt sie als Wärme an den Follikel weiter.
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03 Diodenlaser oder IPL – was ist besser?
Die S2k-Leitlinie empfiehlt Diodenlaser von 800 bis 980 nm und IPL von 590 bis 1.200 nm gleich stark. In Studien zeigte sich teils kein Unterschied, teils wirkten Laser stärker, vor allem bei dunklerer Haut. Im direkten Vergleich empfanden Behandelte IPL als schmerzhafter.
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04 Ist eine Haarentfernung mit IPL dauerhaft?
Mit IPL ist eine deutliche, zum Teil dauerhafte Verringerung der Haare erwartbar, keine vollständige Haarfreiheit. In Studien mit langer Nachbeobachtung gingen die Haare mit IPL um 27 bis 52,7 % zurück. Dass Haare nachwachsen können, gehört in jede Aufklärung.
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05 Wann fallen die Haare nach einer IPL-Behandlung aus?
Nach der S2k-Leitlinie fallen die behandelten Haare 1 bis 2 Wochen nach der Behandlung aus. Erfasst werden nur Haare in der Wachstumsphase; deshalb folgen weitere Behandlungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen.
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06 Wie viele IPL-Behandlungen sind nötig?
Eine feste Zahl nennt die S2k-Leitlinie weder für IPL noch für Laser. Erforderlich sind mehrere Behandlungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen; wie viele, hängt von Körperstelle, Haarfarbe, Hauttyp und Ergebnis ab.
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07 Braucht ein Studio mit IPL einen Laserschutzbeauftragten?
Nein, ein Laserschutzbeauftragter ist nur für Laser vorgeschrieben: Die Pflicht nach § 5 Abs. 2 OStrV gilt für Laser der Klassen 3R, 3B und 4. Wer Beschäftigte mit einem IPL-Gerät arbeiten lässt, braucht aber eine Gefährdungsbeurteilung durch eine fachkundige Person. Die NiSV-Fachkunde ist für IPL und Laser dieselbe.
Quellen
- S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut, AWMF-Register 013-095 – Stand 11.01.2022, gültig bis 10.01.2027; S. 9–21 und 46–49
- Bundesamt für Strahlenschutz: Dauerhafte Haarentfernung (Epilation) – Stand 04.08.2026
- Strahlenschutzkommission: Gefährdungspotenzial bei der Anwendung von Lasern und anderen optischen Strahlungsquellen an der menschlichen Haut – Empfehlung, verabschiedet 11./12.02.2016; S. 13–26
- Bundesamt für Strahlenschutz: Nebenwirkungen bei der Anwendung optischer Strahlung in der Kosmetik, Ressortforschungsbericht 137/18 – 19.07.2018; S. 11–13
- Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) – §§ 2, 5 und Anlage 3
- Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) – § 5
- Durchführungsverordnung (EU) 2022/2346, Gemeinsame Spezifikationen für Produkte nach Anhang XVI – Anhang VI Nr. 5.1 und 6.1
- Durchführungsverordnung (EU) 2022/2347 zur Klassifizierung der Produkte nach Anhang XVI – Art. 1 Buchst. a
- Haak CS et al.: Hair removal in hirsute women: long-pulsed diode laser vs. intense pulsed light, randomised controlled trial. Br J Dermatol 2010
- Dorgham NA, Dorgham DA: Lasers for reduction of unwanted hair in skin of colour, systematic review and meta-analysis. J Eur Acad Dermatol Venereol 2020
- Krasniqi A et al.: Efficacy of lasers and light sources in long-term hair reduction, systematic review. J Cosmet Laser Ther 2022
- Verbraucherzentrale: Irreführende Werbung für dauerhafte Haarentfernung verboten – OLG Karlsruhe, 09.04.2025, 6 U 181/23; ebenso OLG Frankfurt a. M., 21.03.2025, 6 U 189/23
Stand 01.10.2026. Dieser Beitrag informiert über Technik und Rechtslage. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung.








